Dinkelsbühler Altstadt wird barrierefrei

Dinkelsbühl

Auch in Stadtbereichen mit schwierigen Untergründen lassen sich barrierefreie Maßnahmen für blinde und seheingeschränkte Menschen umsetzen: So wie jetzt in der von Kopfsteinpflaster geprägten Altstadt von Dinkelsbühl, wo zahlreiche Einzelprojekte die taktile und visuelle Orientierung erleichtern sollen.

Mittelalterlich geprägte Städte unterliegen in Bezug auf eine barrierefreie Gestaltung des Straßenraums häufig dem Problem, deren Ziele unter einen Hut mit der Erhaltung alter Bausubstanz und Infrastruktur zu bringen. Beispielsweise ist es oftmals schwierig, taktile Leitsysteme für Blinde und Sehbehinderte in Altstädten mit Kopfstein- oder sonstigem groben Pflaster zu installieren, ohne dem Denkmalschutz oder diversen Satzungen für ortsbildprägende Straßengestaltung in die Quere zu kommen.

Dass es durchaus auch anders geht, zeigt die mittelfränkische Kommune Dinkelsbühl. In der knapp 11.500 Einwohner zählenden Stadt sorgen zahlreiche Maßnahmen dafür, dass die vom Tourismus geprägte Altstadt auch für Menschen mit einer Sehbehinderung barrierefrei zugänglich und uneingeschränkt erlebbar ist. So wurden im Zuge einer Umgestaltung des zentralen Busbahnhofs auch taktile Bodenindikatoren verbaut, die eine Orientierung von den Haltestellen in Richtung Altstadt und wieder zurück gewährleisten sollen. Auch das spätgotische Münster St. Georg, einer der Hauptanziehungspunkte der Stadt, ist somit angebunden.

Seit 2014 sorgen zwei „Ansprechpartner für die Anliegen der Menschen mit Behinderung“ dafür, dass auch die Belange von Blinden und Sehbehinderten in die Umsetzung von öffentlichen Bauvorhaben in Dinkelsbühl mit einfließen – ein Umstand, der leider noch längst nicht in allen bundesdeutschen Kommunen Einzug gehalten hat. Denn obwohl mittlerweile zahlreiche Regelungen zum barrierefreien Bauen im öffentlichen Raum existieren, lässt die Kommunikation zwischen Betroffenen und Entscheidungsträgern oftmals zu wünschen übrig, weil hierfür schlichtweg keine zentralen Ansprechpartner auf Seiten der Entscheidungsträger vorhanden sind. Zumindest in Dinkelsbühl scheint man hier schon auf einem Weg zu sein, der in Zukunft auch Vorbild für andere Kommunen sein könnte.

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